Nachhaltige Entwicklung

Luxemburg stellte seine Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vor

Sechs prioritäre Handlungsfelder im Fokus

L'agenda 2030 du LuxembourgLuxemburg sieht sich 4 wesentlichen Herausforderungen gegenüber

Im Juli stellte Luxemburg den Inhalt seiner Agenda 2030 bei der Konferenz der Vereinten Nationen zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung in New York vor. Die Agenda Luxemburgs konzentriert sich auf vier Herausforderungen, die sich aus diesen Zielen ergeben und für das Land relevant sind: die dynamische demografische Entwicklung, die Vielfalt der gebietsansässigen und berufstätigen Bevölkerung, die ausgeprägte Abhängigkeit der Wirtschaft von einem Wirtschaftszweig und der Druck auf Umwelt und Klima in einer globalisierten Welt.

Angesichts dieser Herausforderungen identifiziert der Bericht vom abteilungsübergreifenden Ausschuss für nachhaltige Entwicklung sechs prioritäre Handlungsfelder:

  • Soziale Inklusion und Bildung für alle gewährleisten, damit eine sehr breite Basis der Bevölkerung an der Gesellschaft teilhaben kann;
  • Die Bodennutzung planen und koordinieren, um auf den gestiegenen Wohnraumbedarf zu reagieren und den Schutz der natürlichen Ressourcen und der Artenvielfalt zu garantieren;
  • Eine nachhaltige Mobilität sichern, um die negativen Folgen des Verkehrs auf den Klimawandel, die Bodennutzung und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu bremsen;
  • Die Umweltverschlechterung stoppen, um das Naturerbe zu schützen und die einwandfreie Funktion der Land- und Wasserökosysteme zu garantieren;
  • Die Wirtschaft diversifizieren, um negative Auswirkungen eines größeren Schocks in einer Branche zu vermeiden;
  • Das Klima schützen, also die Verantwortung im Rahmen des Pariser Abkommens übernehmen, indem die Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Die demografische Entwicklung gibt Grund zur Sorge

Im Lauf der letzten zehn Jahre beschleunigte sich die demografische Entwicklung Luxemburgs tatsächlich: Im Jahr 2006 lebten noch 469.086 Menschen in Luxemburg, 2016 waren es 576.249, mit einer Prognose von 1.066.377 Einwohnern bis 2080.  Dieser Trend ist in der Europäische Union eine Ausnahme. Zum Vergleich: Eurostat sagt bis 2080 eine quasi stagnierende Bevölkerung für die EU voraus (+1,7 %).

Luxemburg zeichnet sich jedoch auch dadurch aus, dass die Grenzgänger etwa 45 % der inländischen Arbeitsplätze besetzen und somit zur gebietsansässigen Bevölkerung in den Bereichen Vermögensbildung, aber auch Ressourcenverbrauch, Verkehr usw. hinzukommen.

Dies hat alles eine schädliche Auswirkung auf die Umwelt, was Luxemburg zu einem Land macht, in dem es sich gut leben lässt, was aber auch den verfügbaren Raum begrenzt. Tatsächlich ist laut dem Bericht die Gefahr einer Zersplitterung des Gebiets die höchste unter den 29 europäischen Ländern, was schädliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt und die Ökosysteme hat.

Ein letzter vom Bericht angeprangerter Punkt ist die relativ große Abhängigkeit von der Finanzbranche – diese Branche allein macht 27 % des luxemburgischen BIP aus.

Im Bemühen um eine Verbindung von vernünftiger demografischer Entwicklung, dynamischer Wirtschaft und intakter Umwelt verabschiedete die Regierung daher den Bericht "Umsetzung der Agenda 2030 in und durch Luxemburg - Leben verändern und dabei den Planeten schützen".

(Dieser Artikel wurde von der Redaktion von luxembourg.lu verfasst)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 11-08-2017