Konjunktur

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählte das Großherzogtum in Europa zu den Ländern mit der besten Wirtschaftsleistung.

Ab Mitte der Achtzigerjahre bis zum Jahr 2000 erreichte das durchschnittliche BIP-Wachstum Luxemburgs für einen derart langen Zeitraum nie gekannte Höhen – mehr als 5 % jährlich.

Hier die wichtigsten Gründe für diese außergewöhnliche Entwicklung:

  • das stetige Wachstum des Finanzsektors;
  • die günstige Entwicklung anderer Branchen der Wirtschaft, wie "Unternehmensdienstleistungen”, "IT-Dienste” oder auch "Verkehr und Kommunikation”;
  • ein produktiver und wettbewerbsfähiger Industriesektor, obwohl dessen Anteil am gesamten Mehrwert der Wirtschaft abnimmt;
  • Investitionen mit hohen Wachstumsraten und auf hohem Niveau;
  • relativ niedrige Abgabenbelastung der Löhne und Gehälter (Lohnsteuer, Sozialabgaben), durch die die Lohnkosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau gehalten werden können;
  • insgesamt rückläufige öffentliche Abgaben und Staatsausgaben (im Verhältnis zum BIP).

Als 2001 bei den Haupthandelspartnern Luxemburgs die Wirtschaft zu erlahmen begann, geriet auch das Großherzogtum in diesen Abwärtstrend. 2002 erreichte das Wachstum des Mehrwerts der Finanzdienstleistungen wieder positive Werte. Der Finanzsektor brach 2003 erneut ein, bevor 2004 und 2005 ein starker Aufschwung einsetzte.

Die Wachstumsrate des BIP spiegelte diese Entwicklung mit einer Verlangsamung zu Beginn des Jahrzehnts, d. h. mit 2,5 % für 2001, 3,8 % für 2002 und 1,3 % für 2003 wider, gefolgt von einem spürbaren Aufschwung, der sich in einem Wachstum von 4,5 % für 2004, von 4,0 % für 2005 und sogar von 6,1 % für 2006 ausdrückte.

Mit der Finanzkrise im Herbst 2008 erlitt die luxemburgische Wirtschaft einen spürbaren Einbruch.

Im November 2014 stellt das Statistikamt STATEC in seinem Konjunkturbericht Nr. 2/2014 Folgendes fest: "Luxemburg nähert sich dieses Jahr einem Wachstum von fast 3 %, da sich die Wirtschaftsaktivität im ersten Halbjahr als dynamisch erwiesen hat. Der Konjunkturhimmel hat sich dagegen beim Herannahen des Sommers getrübt und zeigt sich insbesondere in Europa weniger vielversprechend als erwartet. Das Wachstum des BIP sollte daher für 2015 auf etwa 2 % zurückgehen."

(Quelle: STATEC)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 05-05-2015