Diversifizierung der Wirtschaft

Luxemburg gelang es im Verlauf seiner langen Geschichte immer wieder, eine Wirtschaftspolitik zu konzipieren, auf deren Grundlage sich mittels eines liberalen, modernen, flexiblen, förderungsorientierten und innovativen Rechtsrahmens neue Aktivitäten entwickeln konnten.

Eine starke Eisen- und Stahlindustrie

Insbesondere die Entdeckung der Eisenerzvorkommen Mitte des 19. Jahrhunderts und der Aufbau einer starken Eisen- und Stahlindustrie von Weltniveau begründen den Reichtum des Großherzogtums. Über viele Jahre hinweg war das 1911 gegründete Eisen- und Stahlunternehmen ARBED (Aciéries réunies de Burbach, Eich, Dudelange, Vereinigte Stahlhütten Burbach-Eich-Düdelingen) der wichtigste Arbeitgeber, Steuerzahler und Exporteur des Großherzogtums. In den 70er Jahren trafen dann die unerwarteten Auswirkungen der weltweiten Stahlkrise die luxemburgische Wirtschaft mit voller Wucht.

Industrielle Diversifizierung

Die politischen Entscheidungsträger, die sich der Gefahr bewusst waren, die die ausschließliche Abhängigkeit von der Eisen- und Stahlindustrie barg, leiteten ab den 60er Jahren eine Diversifizierung der Industrie ein.

Die Initiativen gegen die monolithische Struktur der luxemburgischen Industrie beruhten auf drei Hauptstrategien:

  • Aufbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in Europa;
  • eine gezielte Politik zur wirtschaftlichen Diversifizierung durch investitionsfördernde Maßnahmen;
  • Ausbau eines internationalen Finanzzentrums.

Die Maßnahmen zeigten einen bemerkenswerten Erfolg: zur klassischen Schwerindustrie kamen, zumeist dank des Zustroms ausländischen Kapitals, weitere Industrieunternehmen jeder Größenordnung aus den verschiedensten Branchen, die auf Spitzentechnologien setzten, hinzu.

Die Diversifizierung der luxemburgischen Wirtschaft wird durch die Präsenz einer Vielzahl von Branchen deutlich, insbesondere im Bereich Chemie, Kunststoffe, Maschinenbau, Verarbeitung von Eisen und Nichteisenmetallen, Automobilindustrie oder auch Herstellung von Präzisionsgeräten oder elektronischen Geräten, Glasindustrie und holzverarbeitende Industrie.

Auf dem Weg zu einer Dienstleistungswirtschaft

Der Umbau einer im Wesentlichen von der Eisen- und Strahlindustrie geprägten Wirtschaft zu einer Dienstleistungswirtschaft ging ab Mitte der 70er Jahre praktisch innerhalb eines Jahrzehnts vonstatten. Der größte Erfolg gelang mit dem Aufbau eines internationalen Finanzzentrums.

Heute zählt der Finanzplatz Luxemburg zu den 10 wichtigsten Finanzzentren weltweit. Die etwa 150 äußerst wettbewerbsfähigen Bankinstitute, der leistungsstarke Investmentfondssektor, der dynamische Versicherungssektor und die Vielzahl von Experten und spezialisierten Unternehmen bieten eine lückenlose Palette an vielfältigen und innovativen Finanzdiensten.

Das Bestreben nach einer größeren Diversifizierung der Dienstleistungen führte ab den 80er Jahren zur Schaffung und Entwicklung von Aktivitäten in den Bereichen Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen, Verkehr, Handel, Tourismus, Telekommunikation, E-Commerce, audiovisueller Sektors und Dienstleistungen für Unternehmen.

(Quellen: Handelskammer, Statec)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 03-02-2017