Bretzelsonnden (März oder April)

Eine Brezel für den Auserwählten/die Auserwählte!

Ein Korb voll "Bretzelen"
SIP / Zineb Ruppert

Jedes Jahr feiern die Luxemburger am dritten Sonntag der Fastenzeit Bretzelsonnden (Brezelsonntag).

Die Brezel ist eine luxemburgische Gebäckspezialität, die aus Blätterteig besteht und mit einer Zuckerglasur und Mandeln überzogen ist. Sie stellt die ineinander verschlungenen Arme von zwei Liebenden dar. Waren die Brezeln zunächst gesalzen, so ist heute vorwiegend die süße Version zu finden.

Gemäß der Tradition schenkt der Mann seiner Herzdame das berühmte Gebäck am Brezelsonntag. Akzeptiert die Frau das Geschenk, darf der Mann sie an Ostern besuchen, um im Gegenzug Ostereier zu erhalten.

Im gegenteiligen Fall gibt sie ihm einen Korb. Daher der typisch luxemburgische Ausdruck de Kuerf kréien" (einen Korb bekommen), der bedeutet, dass man den Laufpass bekommt.

In Schaltjahren ist die Tradition umgekehrt: dann schenkt die Frau die Brezel.

Im 18. Jahrhundert begann der Brauch noch am Tag des Buergbrennen (Burgbrennen): an diesem Tag warfen unverheiratete junge Frauen einen Holzscheit auf das Feuer und riefen dabei laut den Namen ihres Angebeteten. Wenn alles gut ging, schenkte dieser ihr am vierten Sonntag vor Ostern eine Brezel und bekam dafür an Ostern Eier.  Früher hat der Brauch des Bretzelsonnden mehr als eine Eheschließung besiegelt.

In der Hauptstadt wird der Brezelsonntag heutzutage wie ein richtiges Volksfest gefeiert, bei dem der Touristenzug Jhangeli mit dem köstlichen Gebäck dekoriert und von einem kleinen Orchester begleitet wird. Dieser Umzug, an dem unter anderem Bäcker bzw. Konditoren des Landes und die "Brezelkönigin" teilnehmen, zieht durch die Straßen der Stadt Luxemburg, wobei Brezeln verteilt werden.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015