Buergbrennen

Vertreibung des Winters!

Am ersten Sonntag nach Karneval werden quer durchs Land Buergen (Burgen) angezündet, um den Winter zu vertreiben. Dieses traditionelle Fest zieht jährlich tausende Menschen an.

Eine "Buerg", ehe sie in Brand gesteckt wird
Claude Piscitelli
Die Buergen, die am ersten Sonntag nach Karneval, dem Buergsonndeg, auf den Anhöhen des Landes angezündet werden, sind riesige Scheiterhaufen mit einem großen Kreuz in der Mitte.

Als Brennmaterial werden meistens Stroh, Geäst sowie Rundholzstücke benutzt. Meistens werden die Buergen von Jugendorganisationen errichtet, die manchmal auch einen Fackelzug vom Dorf bis zur Buerg organisieren, um diese unter Aufsicht der Feuerwehr anzuzünden.

In einigen Ortschaften gebührt dem zuletzt verheirateten Paar oder einer lokalen Persönlichkeit die Ehre, die Buerg anzuzünden. Das Buergbrennen ist eine luxemburgische Tradition, die jährlich tausende Menschen aller Altersklassen zusammenführt.

Die Ursprünge

Das Buergbrennen oder Faaschtefest (Fest der Fastenzeit), wie einige die Tradition nannten, ist ein heidnischer Brauch.

Die Tradition des Buergbrennens findet seit alters her zum Frühlingsanfang statt. Das Feuer steht für die Wiedergeburt des Frühlings und die Vertreibung des Winters; es ist der Triumph der Hitze über die Kälte, des Lichts über die Dämmerung. Manchmal liest man auch, dass die Feuersbrunst der Buerg eine symbolische Erinnerung an jene Zeiten ist, als man Hexen verbrannte.

Sprachwissenschaftlern zufolge hat das Wort "Buerg" nichts mit einer Burg zu tun. Die Etymologie des Wortes kommt von burere, dem lateinischen Verb für "brennen".

Der Ablauf

Das Fest fängt gewöhnlich am Nachmittag mit dem Errichten der Buerg an, gefolgt von einem Fackelzug und endet mit dem Anzünden des Scheiterhaufens bei Einbruch der Nacht. Gegrilltes und traditionelle Speisen wie Ierzebulli (Erbsensuppe), Bouneschlupp (Bohnensuppe) oder Glühwäin (Glühwein) werden serviert.

(Quelle: BRAUN, Josy. "Traditions et fêtes" in: Lëtzebuerg. Grand-Duché de Luxembourg. Presse- und Informationsamt. 2007.) (auf Französisch)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 28-02-2017