1. Mai: Meekranz

Maikränze umrahmen den Eingang des Cafés "Beim Fisschen"
Claude Piscitelli
Am 1. Mai sind überall in den Dörfern und Städten Luxemburgs Laubkränze zu sehen. Diese Meekränz werden meist von örtlichen Vereinen angefertigt und an der Fassade eines Hauses im Zentrum des Ortes angebracht, am Gebäude der Gemeindeverwaltung oder einem Café.

Lange bevor der 1. Mai als internationaler Tag der Arbeiterbewegung gefeiert wurde, gab es in unserer Gegend sogenannte Maibräuche, die häufig noch auf heidnischen Opferfesten beruhten, bevor sie in die christlichen Gepflogenheiten übernommen wurden. Um beispielsweise schlechte Geister fernzuhalten, streute man einst in den Häusern, Ställen und Scheunen gesegnete Kräuter und geweihte Palmzweige aus, zeichnete mit Kreide große Kreuze auf die Türen und besprengte die Zimmer mit Weihwasser, von dem man zum Schluss auch selber trank.

Während früher richtige Maibäume aufgestellt wurden, beschränken sich heute viele Luxemburger darauf, am 1. Mai in den Wald zu gehen, dort Äste mit frischen Blättern einzusammeln und daraus Meekränz (Maikränze) zu flechten, die in einem Umzug in die Dörfer und Städte getragen und schließlich über Haustüren und an Fassaden aufgehängt werden. Auf diese Weise wird die warme, sonnige Jahreszeit eingeläutet und nicht selten mit einem strammen Trinkgelage, bei dem nicht nur der sogenannte Maiwein fließt, ausgiebig begossen.

(Quelle: Apropos... Feste und Traditionen)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015