Oktav (April und Mai)

Das größte Pilgerereignis im Großherzogtum

Schlussprozession der OKtave - großherzogliche Familie
Jean-Paul Kieffer / SIP
Die Oktav wird zu Ehren der Heiligen Maria gefeiert und ist das wichtigste religiöse Ereignis des Jahres. Ab der zweiten Aprilhälfte pilgern zwei Wochen lang täglich hunderte Gläubige aus ganz Luxemburg, der deutschen Eifel, dem französischen Lothringen und der belgischen Province de Luxembourg in die luxemburgische Hauptstadt. Diese Tradition geht auf das Jahr 1666 zurück als der damalige Provinzialrat die Heilige Maria zur Landespatronin und Trösterin der Betrübten (consolatrix afflictorum) wählte, um damit der Pest Einhalt zu gebieten. Die Herkunft der Marienstatue aus dunklem Holz ist allerdings historisch nicht bewiesen. Sicher ist nur, dass es die Jesuiten waren, die die Statue aus der alten Glacis-Kapelle in die damalige Jesuitenkirche, die heutige Kathedrale, brachten. Während der Oktav befindet sich die Statue auf einem Votivalter im Chorraum der Kathedrale.

Die Pilger, die meist einer bestimmten Pfarrei oder Organisation angehören, kommen gruppenweise in den Vororten der Stadt an und begeben sich dann betend in Prozessionen zur Kathedrale wo dann eine auf die jeweilige Gruppe zugeschneiderte Messe abgehalten wird. Der Oktavsmäertchen auf dem Knuedler (Place Guillaume II) ist ein kleiner Markt, der eng mit der religiösen Tradition verbunden ist. Nach dem Besuch der Kathedrale können sich die Pilger in einem der kleinen Restaurants stärken und an einem der Stände ein Andenken kaufen.

Am Ende der Oktav findet die feierliche Schlussprozession statt. Diese führt durch die gesamte Stadt. Die Marienstatue wird dabei von mehreren Priestern getragen. Neben den Pilgern nehmen auch Mitglieder der großherzoglichen Familie, der Regierung, des Parlaments, des Justizapparates und anderen staatlichen Einrichtungen daran teil.

(Quelle: BRAUN, Josy. "Traditions et fêtes" in: Lëtzebuerg. Grand-Duché de Luxembourg. Presse- und Informationsamt. 2007.)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 28-04-2015