Schueberfouer (August und September)

Die größte Kirmes des Großherzogtums und der Großregion

Die Schueberfouerwurde 1340 gegründet und ist die größte Kirmes Luxemburgs und der Großregion. Jedes Jahr, von Ende August bis Anfang September, besuchen mehr als 2 Millionen Menschen die Schueberfouer auf dem vier Hektar großen Glacis-Platz, wo die Schausteller auf 3,5 km Länge verteilt sind. Eine in Europa einzigartige Mischung von 200 Attraktionen, darunter 25 Großfahrgeschäfte und Karusselle, mehr als 12 Attraktionen für Kinder, ein Dutzend großer Restaurants, zahlreiche Bierzelte, Süßwarengeschäfte, Lotterie, Schießstände.... Ein Must!

Karrussell auf der Schueberfouer
Christof Weber / SIP
Die Herkunft des Namens dieses ehemaligen Marktes, heute Jahrmarktes, ist ungewiss: möglicherweise stammt der Name vom Heilig-Geist Plateau, der Schadburg, wo die Schueberfouer ehemals stattfannt, oder vom Begriff "Schober", weil die Schueberfouer am Sankt Bartholomäus-Tag stattfannt, während der Ernte. Die Schueberfouer (oder Fouer) wurde 1340 von Johann dem I. von Luxemburg, der Blinde genannt, gegründet. Er war Graf von Luxemburg und König von Böhmen. Aus diesem Grund haben die Schausteller ihm ein Monument im nahegelegenen Stadtpark errichtet.

Der Markt, auf dem früher Vieh und viele andere Sachen verkauft wurden, dauerte acht Tage. Heute dauert er in der Regel drei Wochen und findet in der Zeit um den Sankt Bartholomäus-Tag am 23. August statt. Im Laufe der Zeit hat sich der Markt immer mehr in eine Spaßveranstaltung verwandelt, eine Kirmes, denn das Kirchweihfest der Kathedrale findet während der Fouerzäit statt.

Heutzutage hat die Fouer ihren Platz auf dem Glacis-Parkplatz auf dem Limpertsberg. Hier gibt es alle Attraktionen eines Erlebnisparks: Achterbahnen, Geisterbahnen, Riesenräder, Karrusselle, und viele andere. Die kleinen Verkaufsstände sind noch immer in der Schefferallee, wo man alle möglichen kleinen Einkäufe tätigen kann, vom Nougat, gegrillten Mandeln über Ebenholzskulpturen aus Schwarzafrika, Handmixer, fabelhafte Dosenöffner bis zu CDs, die schon längst nicht mehr aktuell sind.

Essen und Trinken ist, wie immer bei Kirmessen, ganz besonders wichtig, vor allem eine Spezialität: der Fouerfësch, in Bierhefe gekochter Wittling, der mit Pommes Frites, einem Bier oder einem trockenen Moselwein serviert wird.

Riesenrad auf der Schueberfouer
Office national du Tourisme, ONT
Nun zum Hämmelsmarsch: Am frühen Morgen des Kirmessonntags, ziehen die Musiker, bekleidet mit einer blauer Bauernbluse aus dem 19. Jahrhundert, durch die Straßen der Stadt. Sie spielen auf ihren Instrumenten und folgen dabei einem Hirten und einigen, mit Bändern geschmückten, Schafen. Ein einziges Lied wird gespielt um Geld zu sammeln: der Hämmelsmarsch. Dabei handelt es sich um eine alte volkstümliche Melodie, dessen Text der Nationaldichter Michel Lentz geschrieben hat. Das Lied kann auch gesungen werden.

Es versteht sich von selbst, dass die Hirten, Schafe und Musiker an der Eröffnung der Fouer, welche vom Bürgermeister verkündet wird, teilnehmen. Danach ist es an den Politikern, und jenen die es gerne werden wollen, eine offizielle Runde über die Fouer zu drehen und dabei ein Bad in der Menge zu nehmen. Ihre Runde beenden sie in einer Fouer-Bude bei Kiermesham (Schinken) und Kiermeskuch (Kuchen).

Über diese Lebhaftigkeit heraus, hat die Fouer auch eine melancholische Seite Wenn die Karusselle Anfang September abgebaut werden und sich das Stahlskelett des traditionellen Riesenrads vom Himmel der Stadt löst, weiß jeder, dass der Sommer vorbei ist. Und wenn das Freedefeier (Feuerwerk) am letzten Tag der Schueberfouergezündet wird, sind die Schwalben bereits auf den Stromkabeln versammelt.

(Quelle: BRAUN, Josy. "Traditions et fêtes" in: Lëtzebuerg. Grand-Duché de Luxembourg. Presse- und Informationsamt der Luxemburger Regierung. 2007.) (auf Französisch und Englisch)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015