Die Geschichte Luxemburgs in einigen Daten

Datentabelle
JahrEreignis

962

Gründung des Heiligen Deutschen Reiches durch Otto I.

963

Der Ardennergraf Siegfried erwirbt die Festung Lucilinburhuc durch einen Tausch mit der Abtei Saint Maximin in Trier und macht daraus seinen Sitz.

1308

Heinrich VII., Graf von Luxemburg, wird zum deutschen König gewählt. Er lässt sich 1312 in Rom zum Kaiser krönen.
1310 Johann der Blinde heiratet die Erbin des böhmischen Königreiches Elisabeth. Die Grafen von Luxemburg werden Könige von Böhmen.
1337 Beginn des Hundertjährigen Krieges

1354

Kaiser Karl IV. hat die Grafschaft Luxemburg zum Herzogtum erhoben und sie seinem Halbbruder Wenzel I. überlassen.
1364 Mit dem endgültigen Erwerb der Grafschaft Chiny erreichen die Besitzungen der Herzöge von Luxemburg ihre größte Ausdehnung (10.000 km2).
1388 Wenzel II. verpfändet das Herzogtum Luxemburg an seinen Vetter Jobst von Mähren.
1437 Tod Sigismunds, des letzten Kaisers aus dem Hause Luxemburg

1443

Philipp der Gute, Herzog von Burgund, erobert die Stadt Luxemburg. Das Herzogtum Luxemburg gelangt unter niederländische Herrschaft. Dies ist der Beginn von vier Jahrhunderten Fremdherrschaft.

1555

Abdankung Karls V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. Die Niederlande und das Herzogtum Luxemburg gehen an die spanischen Habsburger über.

1659

Im Rahmen des Pyrenäenfriedens tritt Spanien den südlichen Teil des Herzogtums Luxemburg mit der Stadt Diedenhofen (Thionville) an Frankreich ab.
1661 Beginn der persönlichen Regentschaft Ludwigs XIV.

1684

Nach einer von Vauban geleiteten Belagerung der Stadt und Festung Luxemburg nehmen die Truppen Ludwigs XIV. diese ein. Umfangreiche Befestigungsarbeiten werden durchgeführt.

1697

Aufgrund des Friedens von Rijswijk muss Ludwig XIV. das Herzogtum Luxemburg an Spanien zurückgeben.
1701-1714 Spanischer Erbfolgekrieg

1715

Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg werden die niederländischen Provinzen Karl VI. von Österreich zugesprochen. Luxemburg kommt unter österreichische Herrschaft.

1795

Nach einer Belagerung von mehr als sieben Monaten durch die Truppen der französischen Revolution kapituliert die Festung. Luxemburg wird zum Département des Forêts.
1798 Aufstände in Luxemburg gegen die Einführung des allgemeinen Wehrdienstes und die religionsfeindliche Politik des Directoire („Klëppelkrich“ – Knüppelkrieg)
1804 Einführung des Code Napoléon in Luxemburg, welches damals das Département des Forêts der Französischen Republik bildete

1815

Wiener Kongress Gründung des Großherzogtums Luxemburg, das in Personalunion dem König der Niederlande Wilhelm I. zugesprochen wird. Territoriale Zerstückelung: die luxemburgischen Gebiete in der Eifel und jenseits von Mosel, Sauer und Our werden Preußen zugesprochen. Beitritt zum Deutschen Bund: Luxemburg wird eine Bundesfestung, in der eine preußische Garnison stationiert ist.
1830 Beginn der Belgischen Revolution

1839

Londoner Vertrag. Luxemburg wird zweigeteilt, wobei der westliche Teil an Belgien übergeht, während der östliche Teil weiterhin das Großherzogtum bildet. Luxemburg erhält damit seine derzeitige geografische Form (2.586 km2).

1842

Luxemburg tritt dem Zollverein bei, auf dessen Grundlage eine Wirtschaftsunion mit Preußen entsteht. Die Union besteht bis 1918. Entdeckung von Eisenerzvorkommen im Süden des Landes.
1848 Luxemburg gibt sich eine Verfassung, welche die Grundfreiheiten und -rechte der Bürger garantiert.

1867

Londoner Vertrag. Das Großherzogtum erhält den Status eines auf ewig neutralen und unbewaffneten Staates. Die preußische Garnison zieht aus der Festung ab und diese wird geschleift.
1870 Das Apostolische Vikariat wird von Papst Pius IX. zum Bistum Luxemburg erhoben. Bau der ersten Hüttenwerke im „Minettebecken“.
1871 Gründung des Deutschen Reiches (II. Reich)
1886 Geburt von Robert Schuman, dem Vater Europas, in Luxemburg-Stadt

1890

Thronbesteigung von Großherzog Adolphe von Nassau-Weilburg. Luxemburg erhält seine eigene Dynastie.
1902-1914 Entstehung der drei Parteien, die das politische Leben im 20. Jahrhundert prägen werden: die sozialistische, liberale und christsoziale Partei
1911 Gründung der ARBED, die zum größten luxemburgischen Eisen- und Stahlkonzern wird
1912 Thronbesteigung von Großherzogin Marie-Adélaïde, der ersten Herrscherin seit Johann dem Blinden, die im Großherzogtum geboren wurde.
1914-1918 Erster Weltkrieg

1914

Am 2. August 1914 marschieren deutsche Truppen in das Großherzogtum ein, unter Verletzung seiner Neutralität, die es durch den Vertrag von London erworben hat.

1919

Abdankung von Großherzogin Marie-Adélaïde zugunsten ihrer Schwester Charlotte. Einführung des allgemeinen Wahlrechts.

Doppelreferendum: Die Luxemburger stimmen zu 80% für die Beibehaltung der Dynastie und zu 73% für eine Wirtschaftsunion mit Frankreich.

1920 Da Frankreich das luxemburgische Angebot abgelehnt hat, nimmt Luxemburg Verhandlungen mit Belgien auf.

1921

Das Großherzogtum unterzeichnet das Übereinkommen zur Schaffung der Belgisch-Luxemburgischen Wirtschaftsunion (UEBL) und übernimmt den belgischen Franken als Währung der Union.
1929 Referendum über das so genannte „Maulkorbgesetz“
1939-1945 Zweiter Weltkrieg

1940

Am 10. Mai 1940 wird das neutrale Luxemburg von der deutschen Armee erobert. Großherzogin Charlotte und die Regierung fliehen ins Exil.
1944 Am 10. September 1944 befreien die Amerikaner die Stadt Luxemburg.
1944-1945 Nach dem deutschen Gegenangriff verwüstet die Ardennenschlacht den Norden und Osten des Landes.

1947

Ratifizierung des Benelux-Abkommens über eine Zollunion zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg

1949

Nach Aufgabe seiner Neutralität (1948) tritt Luxemburg der NATO bei.

1951

Luxemburg ist eines der Gründungsmitglieder der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), dem Vorläufer der Europäischen Union.

1952

Die Stadt Luxemburg wird zum vorläufigen Sitz der ersten europäischen Gemeinschaft bestimmt.

1957

Zusammen mit Belgien, den Niederlanden, Italien, Deutschland und Frankreich unterzeichnet Luxemburg die Römischen Verträge über die Gründung der EWG und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom).
1963 Erste Emission von in Luxemburg notierten Euroanleihen. Durch die Entwicklung der Euromärkte entsteht im Laufe der 1960er Jahre der Finanzplatz.

1964

Abdankung von Großherzogin Charlotte zugunsten ihres ältesten Sohnes Jean
1973 Erster Erdölschock. Die darauffolgende Krise trifft die Luxemburger Wirtschaft mit voller Wucht.
1981 Schließung der letzten Eisenerzmine des Landes
1984 Luxemburgisch wird Landessprache.
1985 Papst Johannes Paul II. besucht das Großherzogtum und erhebt das Land zum Erzbistum.
1986 Verleihung des Karlspreises an das luxemburgische Volk in Anerkennung seines Engagements für Europa
1989 Fall der Berliner Mauer
1992 Auf dem Gipfel in Edinburgh wird Luxemburg neben Brüssel und Straßburg als Sitz der Institutionen der Europäischen Gemeinschaften bestätigt.
1997 Endgültige Stilllegung des letzten luxemburgischen Hochofens. Die Stahlproduktion erfolgt fortan nur noch im Elektroverfahren.

2000

Abdankung von Großherzog Jean zugunsten seines Sohnes Henri

2002

Der Euro kommt in Umlauf und ersetzt den luxemburgischen Franken.

2003

Der Goldene Löwe für den besten Pavillon bei der Biennale in Venedig geht an den chinesisch-luxemburgischen Künstler Su-Mei Tse

2005

Ausgang des Nationalen Referendums zugunsten der Verfassung für Europa

2007

Nach 1995 ist Luxemburg zum zweiten Mal Kulturhauptstadt Europas, dieses Mal zusammen mit der Großregion.

2014

Luxemburg gewinnt mit dem Animationsfilm Mr Hublot (Zeilt Productions) erstmals einen Oscar

2014

Das Groβherzogtum feiert den 175. Jahrestag seiner Unabhängigkeit.

(Quelle: A propos...Geschichte des Großherzogtums Luxemburg)

  • Letzte Änderung dieser Seite am 07-05-2015