Geschichtlicher Überblick

Ursprünglich ist luxemburgische Sprache ein moselfränkischer Dialekt. Erst nach langer Zeit hat sie die Bedeutung erlangt die ihr heute zusteht. Ab dem 14. Jahrhundert wurde die französische Sprache dem Deutschen in Verwaltungsangelegenheiten klar vorgezogen. Die Alltagssprache blieb für alle Einwohner Luxemburgisch. 1984 definiert zum ersten Mal ein Gesetz das Luxemburgische als Nationalsprache und erkennt gleichzeitig die Dreisprachigkeit (Deutsch, Französisch, Luxemburgisch) offiziell an.

Meilensteine ​​der Sprachentwicklung des Landes

Die Mehrsprachigkeit in Luxemburg ist das Ergebnis des historisch gewachsenen Nebeneinanderbestehens von zwei Sprach- und Kulturgemeinschaften: einer romanischen und einer germanischen.

Die Ursprünge der sprachlichen Einzigartigkeit Luxemburgs gehen bis ins Mittelalter zurück. Um die aktuelle Situation zu verstehen ist es unabdingbar, an einige der wichtigsten Phasen der Sprachentwicklung zu erinnern.

Die Verwaltungssprachen

Im Zuge der ersten französischen Besatzung durch König Ludwig XIV. (1684) und den späteren Auswirkungen der französischen Revolution (1789), gewann die französische Sprache an Einfluss.

In der staatlichen Verwaltung wurde der Gebrauch der französischen Sprache gegenüber der deutschen bevorzugt. Französisch wurde im 14. Jahrhundert generell als Verwaltungssprache angesehen. Unter den Habsburgern (15. bis 18. Jh.) wurde der Gebrauch des Französischen sowohl in der Verwaltung als auch als offizielle Sprache nicht in Frage gestellt, weder von den Spaniern noch von den Österreichern.

Im Jahr 1804 wurde der „Code Napoléon“ (französisches bürgerliches Gesetzbuch) eingeführt.

Die deutsche Sprache wurde als Schriftsprache im politischen Bereich verwendet, um Gesetze und Verordnungen zu kommentieren und diese Texte für alle verständlich zu machen.

Die Sprachen im Schulunterricht

Vor 1843 wurde in den Grundschulen Luxemburgs nur Deutsch unterrichtet. Französisch stand erst im Sekundarunterricht auf dem Programm.

Der Londoner Vertrag von 1839, der Luxemburg zur Unabhängigkeit führte, hat an dieser Praxis zunächst nichts geändert. Erst mit dem Gesetz vom 26. Juli 1943 wurde die Einführung des Französischunterrichts in den Grundschulen beschlossen und damit die Zweisprachigkeit bestärkt.

Der Luxemburgisch-Unterricht wurde 1912 in den Grundschulen eingeführt.

Das Gesetz über die Sprachenordnung aus dem Jahre 1984

Mit dem Gesetz von 1984 über die Sprachenordnung wurde die luxemburgische Sprache in den Rang der Landessprache des Großherzogtums Luxemburg erhoben.

Bis dahin wurde der offizielle Sprachgebrauch über die großherzoglichen Verordnungen aus den Jahren 1830, 1832 und 1834 geregelt. Diese Texte hielten fest, dass zwischen der deutschen und der französischen Sprache frei gewählt werden konnte.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015