Geschichte und Symbole

Geschichte

Im Herzen Europas, zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland gelegen, hatte Luxemburg Anteil an den großen europäischen Entwicklungen. Aus diesem Grund stellt die Geschichte des Großherzogtums Luxemburg einen echten Querschnitt durch die Geschichte Europas dar.

963 Luxemburgs Ursprünge reichen ins Jahr 963 zurück, als Graf Siegfried durch einen Tauschhandel mit der Abtei Sankt Maximin in Trier ein kleine Festung namens Lucilinburhuc erwarb. Sie befand sich auf dem Bockfelsen, einem Felsvorsprung über dem Alzettetal.
14. bis 15. Jahrhundert:

Im Mittelalter trugen die Luxemburger Fürsten die Krone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

  • Graf Heinrich VII. von Luxemburg wurde 1308 zum deutschen König gewählt und vier Jahr später in Rom zum Kaiser gekrönt. Sein Sohn Johann der Blinde heiratete die Erbin des böhmischen Königreiches, Prinzessin Elisabeth, wodurch die Grafen von Luxemburg auch Könige von Böhmen wurden. Johann der Blinde fiel 1346 als Held und vorbildlicher Ritter im Dienste des französischen Königs in der Schlacht bei Crécy.
  • 1364: Mit dem endgültigen Erwerb der Grafschaft Chiny erreichen die Besitzungen der Herzöge von Luxemburg ihre größte Ausdehnung (10.000 km2).
  • Nach Heinrich VII. trugen nacheinander drei andere Mitglieder der Luxemburger Dynastie die Königs- und sogar die Kaiserkrone: Karl IV. (1346-1378), Wenzel (1376-1400) und Sigismund (1410-1437), der letzte Kaiser aus dem Hause Luxemburg.
  • In der Neuzeit kam der als „Gibraltar des Nordens“ bezeichneten Festung Luxemburgs große Bedeutung im Kampf zwischen den Großmächten zu.
  • Vor der im 19. Jahrhundert erlangten Unabhängigkeit stand Luxemburg nacheinander unter burgundischer, spanischer, französischer, österreichischer und holländischer Hoheit.
1795 Luxemburg wurde unter Napoleon als Département des Forêts (Wälderdepartement) von Frankreich annektiert.
1815-1890 Entstehung des heutigen Großherzogtums Luxemburg
1815 Nach dem Untergang des napoleonischen Kaiserreiches nahmen die auf dem Wiener Kongress von 1815 versammelten Großmächte eine Umgestaltung und Neuordnung Europas vor. Zu diesem Zeitpunkt entstand Luxemburg als politisch unabhängige Einheit. Das Land wurde zum Großherzogtum erhoben und dem niederländischen König Wilhelm I. von Oranien-Nassau zugesprochen. Trotz des höheren Ranges musste das Großherzogtum die Eifel und große Gebiete östlich der Flüsse Mosel, Sauer und Our an Preußen abtreten.
1839 Seine heutige Form erlangte Luxemburg erst 1839 mit dem Londoner Vertrag. Das Großherzogtum Luxemburg blieb unter der Herrschaft des Hauses Oranien-Nassau, erhielt jedoch eine eigene Verwaltung, während das belgische Luxemburg eine Provinz Belgiens wurde.
1890 Die Personalunion mit den Niederlanden endete erst 1890 mit dem Tod Wilhelms III. Das Großherzogtum Luxemburg fiel daraufhin Adolph von Nassau-Weilburg zu. Damit erhielt das Land seine eigene Dynastie.
20. Jahrhundert

Aufhebung der Neutralität und Luxemburgs Rolle beim europäischen Aufbauwerk

  • Trotz seiner Neutralität wurde Luxemburg während beider Weltkriege, am 2. August 1914 und am 10. Mai 1940, von deutschen Truppen besetzt.
  • Während der zweiten Besetzung gingen die Großherzogin Charlotte und die Regierung ins Exil. Am 10. September 1944 wird die Stadt Luxemburg von den Amerikanern befreit. Im Rahmen der Ardennenoffensive verwüsten deutsche Truppen den Norden und Osten des Landes (Dezember 1944 bis Februar 1945).
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg gibt das Großherzogtum seinen Neutralitätsstatus auf und wird fester Bestandteil der nach 1945 entstehenden internationalen Gemeinschaft. Es ist Gründungsmitglied der UNO (1945), der Benelux-Union (1947), der NATO (1949), der Montanunion (1951), der EWG, der EURATOM (Römische Verträge, 1958) usw.
  • Mit der Thronbesteigung von Großherzog Jean 1964 kam es zu einem rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 2000 dankte er zugunsten seines Sohnes Henri ab.
  • 2014 feiert Luxemburg den 175. Jahrestag seiner Unabhängigkeit.

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Berühmte Persönlichkeiten, die zeitweise in Luxemburg lebten und wirkten


Sébastien le Prestre de Vauban (1633-1707) Der französische Ingenieur Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707) leitete 1684 die Belagerung der Festung Luxemburg durch die Truppen Ludwigs XIV.
Jean Racine (1639-1699) Der große französische Dramatiker Jean Racine (1639-1699) war 1687 als Chronist Ludwigs XIV. und Inspektor der Festung in Luxemburg.
Johann Wolfgang von Goethe(1749-1832) Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hielt sich 1792 zweimal in der Festung Luxemburg auf.
Joseph Mallord William Turner (1775-1851) Joseph Mallord William Turner (1775-1851) malte anlässlich zweier Aufenthalte 1826 und 1834 zahlreiche Ansichten der Festung Luxemburg.
Victor Hugo (1802-1885) Victor Hugo (1802-1885) verbrachte einige Zeit in der Ardennenstadt Vianden und erstellte dort Zeichnungen.
Barend Cornelis Koekkoek(1803-1862) Der niederländische Landschaftsmaler Barend Cornelis Koekkoek (1803-1862) malte in den 1840er Jahren eine Reihe von Landschaften des Großherzogtums.
Mihály Munkácsy(1844-1900) Mihály Munkácsy (1844-1900), der bedeutendste ungarische Maler des 19. Jahrhunderts, wohnte 25 Jahre mit seiner luxemburgischen Frau auf Schloss Colpach, das zur Sommerresidenz des Paars wurde. Dort malte er immer wieder die Umgebung des Schlosses und die Dorfbewohner.
Franz Liszt(1811-1886) Der ungarische Komponist Franz Liszt (1811-1886) weilte kurz vor seinem Tode ebenfalls in Colpach. Er gab am 19. Juli 1886 im Luxemburger Bürgercasino sein letztes Klavierkonzert.
André Gide(1869-1951) André Gide (1869-1951), französischer Literaturnobelpreisträger, gehörte zum berühmten „Colpacher Kreis“, in dem sich Anfang der 1920er Jahre europäische Künstler und Intellektuelle auf Schloss Colpach um Aline und Emile Mayrisch trafen.
Paul Almasy(1906-2003)

Der ungarisch-französische Fotograf Paul Almasy (1906-2003), einer der bekanntesten Fotojournalisten des 20. Jahrhunderts, machte bei seinen vielen Besuchen in Luxemburg hunderte von Aufnahmen.

Symbole

Staatssymbole dienen der Veranschaulichung der Identität und Souveränität eines Volkes und drücken den Wunsch des Zusammenlebens aus. Hier die Symbole des Großherzogtums Luxemburg:

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Nationalflagge

Die Nationalflagge besteht aus drei horizontalen Streifen in den Farben Rot, Weiß und Himmelblau. Trotz der starken Ähnlichkeit zwischen den Flaggen Luxemburgs und der Niederlande unterscheidet sich die niederländische Flagge durch einen ultramarinblauen Streifen, während das Blau der luxemburgischen Flagge himmelblau ist.

Die luxemburgische Flagge ist ebenso wie das Staatswappen durch das Gesetz über die Hoheitszeichen vom 23. Juni 1972 geschützt.

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Nationalhymne

Die Nationalhymne (rechtlich geschützt seit 1993) besteht aus der ersten und letzten Strophe des Liedes "Ons Heemecht" (Unsere Heimat) von 1859, einem Text des Dichters Michel Lentz, der von Jean-Antoine Zinnen vertont wurde. Sie wurde erstmals 1864 bei einer Veranstaltung in Ettelbrück öffentlich gesungen und bringt die Freude darüber zum Ausdruck, dass das Land Unabhängigkeit, Frieden und Wohlstand erlangt hat.

Nur die Regierung darf Übersetzungen der Nationalhymne vornehmen. Die Hymne wurde in mehreren Sprachen übersetzt.

Wilhelmus

Wilhelmus, die Hymne des großherzoglichen Hauses

Wilhelmus“ ist die Hymne des großherzoglichen Hauses. Sie erklingt, wenn ein Mitglied der großherzoglichen Familie bei einer offiziellen Feier ankommt und wenn es diese wieder verlässt. „Wilhelmus“ wurde durch ein Trompetensignal oder eine Kavalleriefanfare inspiriert, die ab dem 16. Jahrhundert schriftlich belegt ist.

En amont de la fête nationale

Nationalfeiertag: 23. Juni

Seit 1962 wird der Nationalfeiertag am 23. Juni begangen. An diesem Tag wird offiziell der Geburtstag des Herrschers gefeiert, und zwar unabhängig von seinem tatsächlichen Geburtstag (großherzogliche Verordnung vom 23.12.1961). Jedes Jahr kommen hunderttausende Luxemburger, in Luxemburg lebende Ausländer und Touristen zu den Feierlichkeiten.

Les petites armoiries

Staatswappen

Der Ursprung des luxemburgischen Staatswappens reicht bis ins Mittelalter zurück. Das Wappen des Großherzogtums Luxemburg existiert in drei Größen: So gibt es das kleine Wappen, das mittlere Wappen und das große Wappen. Es ist durch das Gesetz über die Hoheitszeichen vom 23. Juni 1972 geschützt.

Inscription

Nationaler Wahlspruch

„Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“ („Wir wollen bleiben, was wir sind“). Der Wahlspruch stammt aus dem Lied „De Feierwôn“ (Der Feuerwagen) des Nationaldichters Michel Lentz, der das patriotische Lied für die Einweihung der Eisenbahn 1859 komponierte. Es wurde zu einer regelrechten nationalen Hymne.

Sonstige Gegenstände mit starker Symbolkraft

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Der rote Löwe: Er ist zum Beispiel auf der blau und weiß gestreiften Fahne dargestellt, die Luxemburger bei Sportanlässen benutzen, oder auch in stilisierter Form in biometrischen Reisepässen in Gebrauch;
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Die "Gëlle Fra": Das Mahnmal auf dem Place de la Constitution in Luxemburg zeigt eine vergoldete Frauengestalt und gilt als Symbol für die luxemburgische Identität.
  • Letzte Änderung dieser Seite am 30-01-2017