Die Geschichte des Hauses Nassau-Weilburg

Die Ursprünge

Der Familienpakt des großherzoglichen Hauses
Christof Weber / SIP
Selbst wenn die Wurzeln Luxemburgs auf das 10. Jahrhundert zurückgehen, so ist die herrschende nationale Dynastie erst 1890 an die Macht gekommen. Zwischen 1815 und 1890 ist das Großherzogtum Luxemburg in Personalunion mit dem König der Niederlande verbunden. Auch wenn das Großherzogtum Luxemburg theoretisch ein unabhängiger Staat ist, so verwalten die Könige der Niederlande das Land als wäre es eine niederländische Provinz. 1890 kommt es dass Wilhelm III., König der Niederlande, stirbt ohne einen männlichen Nachkommen zu haben.

Für die niederländische Krone stellt dies kein Problem dar, aber der Familienpakt des Hauses Nassau von 1783 sieht vor, dass die Krone des Großherzogtums an einen männlichen Nachkommen weitergegeben werden muss. Während Wilhelmine, aus der Linie Oranien-Nassau, die Thronfolge ihres Vaters in den Niederlanden antritt, geht die Krone des Großherzogtums Luxemburg an den einzigen männlichen Nachkommen des Hauses Nassau über: an Adolph von Nassau, aus der Linie Nassau-Weilburg.

1905 tritt Wilhelm IV. die Nachfolge seines verstorbenen Vaters Adolph an. Da aus der Ehe sechs Töchter hervorgingen, ahnte Wilhelm IV., dass sich bei seinem Tod ein Problem hinsichtlich der Nachfolge ergeben könnte. Daher erlässt er 1907 ein neues Hausstatut gemäß dem seine erstgeborene Tochter, Prinzessin Marie-Adélaïde, zur Thronerbin erklärt wird.

Die Herrscherjahre von Großherzogin Marie-Adélaïde

Als Wilhelm IV. 1912 stirbt tritt seine älteste Tochter Marie-Adélaïde somit die Thronfolge an. Im Gegensatz zu ihrem Vater bekräftigt sie ihr Interesse am politischen und sozialen Geschehen und mischt sich in die politischen Angelegenheiten ein. Auch wenn sie nie die von der Verfassung gegebenen Grenzen überschritten hat, zieht sie sich dennoch die Feindseligkeit der Opposition zu. Zwischen 1914 und 1918 wird Luxemburg von den deutschen Truppen besetzt. Die Großherzogin verzichtet im Interesse des Luxemburger Volkes darauf, Widerstand gegen die deutsche Kriegsmaschinerie zu leisten, was ihr viel Kritik einbrachte. Nach den revolutionären Unruhen von 1919 dankt sie zugunsten ihrer jüngeren Schwester Charlotte ab.

Die Regentschaft von Großherzogin Charlotte

Heimkehr aus dem Exil der Großherzogin Charlotte in 1945
Tony Krier / Photothèque de la Ville de Luxembourg
Die Regentschaft von Großherzogin Charlotte dauert von 1919 bis 1964. Anders wie ihre Schwester erklärt sie öffentlich, sich nicht in die politischen Geschäfte einmischen zu wollen. Die Existenz der Monarchie wurde 1919 anlässlich eines Referendums bestätigt bei dem 77,8% der Luxemburger für den Fortbestand der Dynastie stimmten. Aus ihrer Ehe mit Prinz Felix von Bourbon-Parma gehen sechs Kinder hervor, zwei Söhne und vier Mädchen.

Ihre Sternstunden kommen zwischen 1940 und 1944. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs marschieren die deutschen Truppen in Luxemburg ein und verletzen somit die Neutralität des Landes. Die Großherzogin begibt sich zusammen mit ihrer Familie und der Regierung ins Exil. Von Frankreich aus gelangt sie zusammen mit der Regierung über Spanien und Portugal in die USA und anschließend nach Großbritannien. Von ihrem Exil in London aus richtet sie über die Radiowellen der BBC regelmäßig Ansprachen an das Luxemburger Volk aus in denen sie zum Widerstand aufruft. Diese Radioübertragungen wurden von vielen Luxemburgern gehört trotz der drohenden schwerwiegenden Repressionen. Sie wurden zum Symbol des Widerstandes gegen die deutsche Okkupation.

Die Herrscherjahre von Großherzog Jean

1964 dankt Großherzogin Charlotte zugunsten ihres ältesten Sohnes Jean ab. Wie seine Mutter mischt auch er sich nicht in das politische Tagesgeschäft ein. Er ist Offizier des Regiments der Irish Guards dem er 1942 während des Zweiten Weltkriegs als Freiwilliger beigetreten ist. 1953 heiratet er Prinzessin Joséphine-Charlotte von Belgien. Aus dieser Verbindung gehen fünf Kinder hervor, drei Söhne und zwei Töchter. Während der 36-jährigen Regentschaft von Großherzog Jean hat Luxemburg viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Umwälzungen erlebt. Dazu gehört auch der Übergang von einer Industrie- und Agrarwirtschaft zu einer Dienstleistungswirtschaft.

Die Herrscherjahre von Großherzog Henri

Im Jahr 2000 dankte Großherzog Jean zugunsten seines ältesten Sohnes Henri ab womit dieser an der Spitze des Herrscherhauses Nassau-Weilburg steht. Prinz Henri hat 1981 Maria Teresa Mestre geheiratet. Aus ihrer Verbindung sind fünf Kinder hervorgegangen, wobei Erbgroßherzog Guillaume, 1981 geboren, der älteste Sohn ist. Das großherzogliche Paar hat vier weitere Kinder: Prinz Félix (1984 geboren), Prinz Louis (1986 geboren), Prinzessin Alexandra (1991 geboren) und Prinz Sébastien (1992 geboren).

  • Letzte Änderung dieser Seite am 27-04-2015