Land der Roten Erde

"De Minett", wie die Luxemburger das Gebiet der "Roten Erde" im Süden des Landes nennen, zeichnet sich vor allem durch sein industrielles Erbe und durch das leuchtend rote Eisenerz aus, das die wildwachsende Natur prägt. Mit ihren eisenhaltigen Erzen hat die "Rote Erde" eine bedeutende wirtschaftliche Entwicklung in Gang gesetzt und dem Land ab der Mitte des 19. Jahrhunderts einen raschen und dauerhaften Wohlstand beschert.

Zeugen der Industriekultur

Die ehemaligen Industriestandorte, die nach wie vor in Stand gehalten werden oder teilweise zu Biotopen geworden sind, künden heute vom Industriezeitalter und nehmen den Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der heimischen Stahlindustrie.

In Rumelange kann man die industrielle Vergangenheit im Nationalen Bergbaumuseum (Musée national des mines de fer, MNM) sowie auf interessanten Wanderwegen erforschen.

Dampfzüge und Märchenerzählungen

Der Industriepark Fond-de-Gras – wo der von einer schnaubenden Dampflokomotive angetriebene "Train 1900" an jedem Wochenende von Mai bis September zwischen Rodange und Fond-de-Gras verkehrt – ist eines der zahlreichen Abenteuer, das Familien, Geschichtsbegeisterte und Naturliebhaber in der Region der "Terres rouges" erleben können.

Für Familien, Tierliebhaber und Naturfreunde oder auch für Romantiker, die eine Alternative zur Erkundung der Vergangenheit der heimischen Eisen- und Stahlindustrie suchen, bietet der Märchenpark (Parc merveilleux) in Bettembourg exotische Tiere und animierte Märchenvorführungen, die das Herz von Groß und Klein zu erfreuen wissen.

Wissenschaftspark "Cité des sciences, de la recherche et de l'innovation"

Die weniger märchenhaft erscheinenden Ortschaften der Region ähneln häufig Lebenswelten, in denen das Andenken an die glanzvolle industrielle Vergangenheit durch die Sanierung oder sonstige Weiternutzung der Industriestandorte aufrechterhalten wird.

In Esch/Alzette beispielsweise vollzieht sich am ehemaligen Industriestandort Esch-Belval, wo sich der landesweit letzte Hochofen befindet, aktuell der Wandel zum Wissenschaftspark (Cité des Sciences) und Universitätsviertel. Darüber hinaus entsteht dort auch ein Wohnviertel sowie ein Freizeit- und Kulturzentrum.

Freizeit, Kultur und Baukunst

Mit der Organisation von Pop- und Rock-Festivals, mehreren Veranstaltungsorten (Kulturfabrik, Rockhal und Stadttheater Esch), Museen und Kunstgalerien kann der Süden ein breites kulturelles Angebot vorweisen.

In Esch-Belval liegen die Relikte der Eisen- und Stahlindustrie in nächster Nähe zu biomedizinischen Labors, Start-ups und den ultramodernen Gebäuden der Universität Luxemburg.

Dieses Streben nach Modernisierung und Weiterentwicklung zeigt sich auch in der städtischen Architektur der wichtigsten Ortschaften der MinetteEsch an der Alzette, Differdingen und Düdelingen – wo moderne Gebäude sich nahtlos in die bestehende, häufig aus altehrwürdigen Jugendstil-Bürgerhäusern gebildete Bausubstanz einfügen.

Die multikulturelle und dynamische "Terres Rouges"-Region versteht es, sich weiterzuentwickeln und zugleich ihr industrielles Erbe zu bewahren und zu pflegen.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 29-09-2015