Diskriminierung

Für Null Toleranz: Wie bemerkt man sie, und wie kämpft man dagegen an?

Was ist Diskriminierung eigentlich?

Da sich Luxemburg aufgrund seiner Vielfältigkeit natürlich auch von Diskriminierungsfragen betroffen fühlt, hielt man es für angebracht, eventuellen Risiken zuvorzukommen, indem man einen Gesetzesplan einführt, der den Bürger sowohl in der Öffentlichkeit als auch an seinem Arbeitsplatz beschützt.

-          Diskriminierung (Latein discriminatio, -onis, Trennung): Die Tatsache, jemanden oder eine Gruppe gegenüber der übrigen Gemeinschaft bzw. einer anderen Person abzugrenzen und anders (meistens schlechter) zu behandeln. [1]

Was sieht das Gesetz vor?

Das Gleichbehandlungsgesetz vom 28. November 2006 verurteilt Diskriminierung. Es gilt für alle öffentliche oder private, natürliche oder juristische Personen einschliesslich öffentlichen Einrichtungen. Es untersagt ausdrücklich jegliche Form vondirekter oderindirekter Diskriminierung im Hinblick auf die Religion, Überzeugungen, Behinderungen, Alter, sexuelle Orientierung, tatsächliche oder vermeintliche Zugehörigkeit bzw. Nicht-Zugehörigkeit zu einer Rasse oder Ethnie.

Der Geltungsbereich des Gesetzes bezieht sich auf die Lebens- und Arbeitsplätze, die Schule und die Öffentlichkeit im Allgemeinen.

In seinem Jahresbericht von 2016 teilt das Zentrum für Gleichbehandlung CET mit, 115 Fälle von Diskriminierung erfasst zu haben, von denen mehr als die Hälfte (54%) von Männern, 34% von Frauen eingereicht wurden. Die übrigen 12% stammen von Organisationen und Vereinigungen ohne Gewinnerzielungsabsicht oder sind Eigeninitiativen. Die Mehrheit (25%) der Personen sind zwischen 31 und 40 Jahre alt, 9,6% sind zwischen 18 und 30 Jahre alt, und 5,2% älter als 60 Jahre. Abschliessend beziehen sich 67% der Fälle auf Bürger der Europäischen Union, von denen 44% Luxemburger sind.

Wie reagieren?

Auch wenn es zu den bürgerlichen Pflichten gehört, auftretende Fälle von Diskriminierung zu denunzieren, weigern sich viele direkt oder indirekt Betroffene zu reden oder sind sich nicht einmal bewusst, dass sie diskriminiert werden. Deshalb ist es so wichtig, die Gesetzeslage und gegebenenfalls die öffentlichen Instanzen, an die man sich wenden kann, um Unterstützung zu bekommen, zu kennen.

An wen kann man sich wenden?

  • Zentrum für Gleichbehandlung - CET

Das CET entstand durch das zuvor genannte Gesetz vom 28. November 2006. Das CET arbeitet vollkommen unabhängig mit dem Ziel, die Behandlungsgleichheit - ohne auf der Rasse, ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Überzeugung, Behinderungen und Alter beruhender Diskriminierung - unter allen Personen zu fördern, zu untersuchen und zu überwachen.

  • Arbeitnehmerkammer - CSL

Die CSL entstand durch das Gesetz vom 13. Mai 2008. Die ihr übertragenen Aufgabenbereiche dienen zur Bewahrung der beruflichen Interessen und dazu, die Staatsangehörigen zu repräsentieren. Jede in Luxemburg arbeitende Person mit Ausnahme der Beamten und öffentlichen Angestellten ist in der CSL repräsentiert.

Die Website discrimination.csl.lu enthält eine ausschliesslich der Diskriminierung am Arbeitsplatz gewidmete Seite. Neben einer klaren und bündigen Definition, informiert sie über den gesetzlichen Rahmen und die Handlungsmöglichkeiten.

  • Luxemburger Aufnahme- und Integrationsamt (OLAI);

Das OLAI, dessen Verwaltung dem Ministerium für Familie und Intergration sowie der Grossregion unterliegt, verfügt über die gesetzliche Amtsbefugnis, die Aufnahme und Eingliederung von Ausländern im Grossherzugtum zu leiten. Seine gesetzlichen Dispositionen umfassen die Schaffung eines nationalen Plans zur Eingliederung und zur Bekämpfung von Diskriminationen. Ein interministerielles Gremium für Eingliederung legt jedes Jahr in Absprache mit der Zivilgesellschaft die Prioritäten im Hinblick auf eine bessere Integrationspolitik fest.

  • Nationales Referenzzentrum zur Förderung der affektiven und sexuellen Gesundheit - CESAS

Die Cesas zielt darauf ab, die emotionale und sexuelle Gesundheit auf nationaler Ebene durch Information, Bewusstsein und Training zu fördern. Erstellt im Rahmen des nationalen Programms "Förderung der emotionalen und sexuellen Gesundheit", initiiert und unterstützt von vier Ministerien: Ministerium für nationale Bildung, Kindheit und Jugend, Ministerium für Chancengleichheit, Ministerium für Familie , Integration und die Großregion und Gesundheitsministerium berät das Zentrum verschiedene Themen, einschließlich Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung.


[1] Definition entnommen von www.larousse.fr

  • Letzte Änderung dieser Seite am 09-05-2018