Lebenshaltungskosten

Lohnindexierung in Luxemburg (fast) einzigartig in Europa

Luxemburg ist eines der einzige Land das sich ein solches System angeeignet hat.

In Luxemburg werden alle Löhne, Gehälter und Renten regelmäßig an die Steigerungen der Verbraucherpreise angepasst. Dieser Vorgang wird „automatische Anpassung der Löhne und Gehälter an die Lebenshaltungskosten“, „gleitende Lohnskala“ oder „Index“ genannt.

Die Kaufkraft erhalten

Der ursprüngliche Gedanke hinter dieser wichtigen sozialen Errungenschaft aus dem 20. Jahrhundert war, die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu wahren. Der erste Preisindex und eine entsprechende Indexregelung wurden 1921 für Bezüge und Pensionen von Bahnbediensteten und Beamten eingeführt. Der Index basierte auf einem Warenkorb mit 19 Konsumgütern, die den Verbrauch eines 5-Personen-Haushalts repräsentieren sollten. Im Jahr 1948 wurde der Warenkorb auf 36 Güter ausgeweitet, heutzutage enthält er rund 8.000 Waren und Dienstleistungen in 255 Kategorien.

Das Indexsystem wurde sukzessive auf andere Einkommensgruppen ausgedehnt und schließlich mit dem Gesetz vom 27. Mai 1975 durchgängig vorgeschrieben. Seither unterliegen alle Löhne und Gehälter im privaten und im öffentlichen Sektor sowie Renten und Ausbildungsvergütungen der Anpassungsregelung, wobei jede Indexerhöhung 2,5 % beträgt.

Sozialer Frieden dank Indexanpassung

Die Lohnindexierung ist auf europäischer und internationaler Ebene selten anzutreffen. Innerhalb der Europäischen Union ist Luxemburg neben Belgien das einzige Land, in dem es einen entsprechenden Mechanismus zur Inflationsanpassung der Löhne gibt. Doch auch in Luxemburg wird das System regelmäßig zum Zankapfel zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Erstere setzen sich dafür ein, das System im Interesse der Kaufkraftwahrung der Arbeitnehmer aufrechtzuerhalten, während Letztere es als Hemmschuh für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sehen.

In der öffentlichen Meinung gilt der Index jedoch weiterhin als wichtige Errungenschaft und als Instrument, das einen stabilen sozialen Frieden garantiert.

  • Letzte Änderung dieser Seite am 17-11-2017