Sozialversicherungswesen

Die Ziele der Sozialpolitik und der Sozialversicherungssysteme sind klar: es geht darum, jeden Bürger vor gewissen Ereignissen zu schützen, die ihn möglicherweise in seinem Arbeitsalltag einschränken, zusätzliche Kosten mit sich bringen, ihn in eine Notsituation bringen oder ihn zu einem Pflegefall machen.

Pflichtmitgliedschaft

In Luxemburg ist jeder Arbeitnehmer versicherungspflichtig. Er muss also je nach Branche bei einer der Sozialversicherungskassen angemeldet sein. Die Anmeldung findet bei der Zentralstelle für Sozialversicherungen (Centre commun de la Sécurité sociale, CCSS) statt.

Wie das Sozialversicherungswesen funktioniert

Das luxemburgische Sozialversicherungssystem umfasst die folgenden Zweige: Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten, Alter, Erwerbsunfähigkeit, Hinterbliebenenleistungen, Familienleistungen, Arbeitslosengeld, Pflegegeld, Vorruhestand, garantiertes Mindesteinkommen (RMG).

Das Sozialversicherungswesen unterliegt öffentlich-rechtlichen Anstalten, die sozialpartnerschaftlich geführt werden. Die Weiterentwicklung sowie die Kontrolle des Sozialwesens sind folgenden Einrichtungen zugeteilt:

Finanziert wird das Sozialversicherungswesen über die Beiträge der Versicherten und der öffentlichen Hand. Die Sozialversicherungsbeiträge werden an die Zentralstelle für Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale, CCSS) gezahlt.

Im Jahr 2001 feierte die Sozialversicherung ihren hundertsten Geburtstag. Tatsächlich wurde die obligatorische Krankenversicherung für Arbeiter im Jahre 1901 ins Leben gerufen.

Die Krankenkassen

Seit dem 1. Janaur 2009 gibt es folgende Krankenkassen in Luxemburg:

Am 1. Januar 2009 übernahm die CNS die Aufgaben der Krankenkassenunion (Union des caisses de maladie, UCM) und von 6 Krankenkassen aus dem Privatsektor: die Krankenkasse der Privatangestellten (Caisse de maladie des employés privés, CMEP), die Arbeiterkrankenkasse (Caisse de maladie des ouvriers, CMO), die Krankenkasse der Angestellten der Arbed (Caisse de maladie des employés de l’Arbed, CMEA), die Krankenkasse der Arbeiter der Arbed (Caisse de maladie des ouvriers de l’Arbed, CMOA), die Landwirtschaftliche Krankenkasse (Caisse de maladie agricole, CMA) und die Krankenkasse der Freiberufler (Caisse de maladie des professions indépendantes, CMPI). Das Gesetz vom 13. Mai 2008 über die Einführung des Einheitsstatus im Privatsektor machte eine Gliederung der Sozialversicherungsträger nach Berufssparten unmöglich.

Die CNS ist heute der Ansprechpartner der Versicherten des Privatsektors in Sachen Krankenversicherung und Mutterschutz sowie Pflegeversicherung.

Renten-/Pensionskassen

Am 1. Januar 2009 übernahm die Nationale Rentenversicherungskasse (Caisse nationale d'assurance pension, CNAP) die Aktivitäten der vier Kassen der allgemeinen Rentenversicherung, d. h.:

  • Alters- und Invalidenversicherungsanstalt (Etablissement d'assurance contre la vieillesse et l'invalidité, AVI);
  • Renten- und Pensionskasse der Handwerker, Kaufleute und Industriellen (Caisse de pension des artisans, des commerçants et industriels - CPACI);
  • Renten- und Pensionskasse der Privatangestellten (Caisse de pension des employés privés, CPEP);
  • Landwirtschafliche Renten- und Pensionskasse (Caisse de pension agricole, CPAG).

Neben der allgemeinen Rentenversicherung bestehen spezielle Versicherungen für Staats- und Gemeindebeamte, sowie Angestellte der Nationalen Eisenbahngesellschaft (Société nationale des chemins de fer luxembourgeois, CFL).

  • Letzte Änderung dieser Seite am 13-12-2017